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Entwicklungstheorie
(Grundlagen der psychoanalytischen Theorie)
Laut Psychoanalyse ist die menschliche
Persönlichkeit das ganze Leben über in einer Entwicklung,
die aus verschiedenen Phasen mit besonderen thematischen Schwerpunkten
besteht. Die frühen Phasen bilden den größten Einfluss
auf die erwachsene Form der Psyche.
Störungen durch erhöhte Vulnerabilität bzw. ein inadäquates
Milieu lassen pathologische Entgleisungen entstehen. Zur Theoriebildung
werden alle Entwicklungsphasen beobachtet.
Freud widmete sich größtenteils
der psychosexuellen Entwicklung. Polymorph-pervers nannte Freud
die infantile Sexualität.
Freud behauptete, dass es eine orale, eine anale, eine genitale,
eine Latenzphase, Pubertät und Adoleszenz in der Entwicklung
der Libido gibt.
Die Genitalphase hat ihren Höhepunkt in dem Ödipuskomplex.
Das Kind konzentriert seine Liebe auf den gegengeschlechtlichen
Elternteil und konkurriert mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil.
Mit dem Drang nach Zuneigung beider Elternteile entsteht ein Konflikt.
Nach der Beendigung des Ödipuskonflikts kommt die Latenzphase.
Das stabile Über-Ich mit Inzesttabu wird aufgebaut. Die verschiedenen
Partialtriebe werden in der Adoleszenz unter das Primat der Genitalität
eingeordnet.
Erik H. Erikson teilte die menschliche
Entwicklung in acht Phasen ein. Sein Stufenmodell der psychosozialen
Entwicklung sagt aus, dass die jeweilige Lösung der Phasen
den Abschluss des inhärenten Konflikts zwischen zwei antagonistischen
Tugenden ergibt. Die Art der Lösung der vorhergehenden Phasen,
je nach Umwelterfahrungen des Menschen, bestimmt den Einfluss auf
Ausgestaltung und Bewältigung der folgenden phasentypischen
Krisen (z.B. gestörtes Urvertrauen durch Nichtannehmung eines
Kindes durch seine Bezugsperson).
D.W. Winnicott und Margaret Mahler
beschäftigten sich mit dem Beginn des Lebens, der extrem engen
Verbindung zwischen Mutter und Kind und deren Entwicklung bis zu
größerer Autonomie.
René A. Spitz beschäftigte
sich mit der Objektbeziehung und den präverbalen Dialog zwischen
dem Baby und seiner Bezugsperson. Forschungen in Kinderheimen ergaben
psychosomatische Erkrankungen und hohe Sterblichkeitsraten durch
den Entzug zwischenmenschlicher Kontakte mit dem Kind.
Der Schwerpunkt bei John Bowlby lag
in zwischenmenschlicher Bindung.
Anna Freud beschäftigte sich mit
der Entwicklung einzelner Ichfunktionen.
Bedeutende zeitgenössische psychoanalytische
Entwicklungsforscher sind Daniel N. Stern, Robert N. Emde, sowie
Peter Fonagy. und Martin Dornes.
Bei psychischen Störungen sorgen
physische, psychische und soziale Faktoren für eine Heilung.
Ein kompliziertes Wechselspiel von Risikofaktoren und protektiven
Faktoren ergibt eine psychische Erkrankung oder Resilienz.
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