Psychoanalytische Selbstpsychologie
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Die Psychoanalytische Selbstpsychologie


Die Vielzahl an Vorstellungen über einen selbst und seine Beziehung zur Umwelt wird Selbst genannt und lenken das Ich bei der Selbstverwirklichung. Das Ich richtet sich, unter Berücksichtigung der eigenen psychischen Möglichkeiten und Fähigkeiten, nach den denkbaren und tatsächlichen Gegebenheiten der Kultur- und Naturwelt. Selbsterkenntnis ist die Aneignung von Wissen über die eigenen psychischen Fähigkeiten und Möglichkeiten und Realitäten. Voraussetzung für eine glückliche Selbstverwirklichung ist die Selbsterkenntnis.
Was ist Glück? Jemand erhält etwas unerwartet Positives, das Gefühl des Wohlbefindens oder ein gelungenes Leben.
Da das Ich eine Vermittlungs-Funktion zwischen dem Es und dem Über-Ich hat, braucht das Ich realitätsgerechte Vorstellungen (Selbst, Selbstrepräsentanzen). Der Mensch erhält seine Selbstdefinition aus den Selbstrepräsentanzen, seine so genannte psycho-soziale Identität.
Das Ich und das Selbst sind unterschiedlicher Natur. Das Ich des Wahrnehmens, Denkens und des Gedächtnisses ist in der Lage zu reflektieren und selbstkritisch zu sein, was dem Selbst wiederum nicht möglich ist.
Werden die Grenzen des Selbst hinreichend realistisch aufgenommen und vom Bewusstsein reflektiert, dann sind die Selbstrepräsentanzen vom Ich kritisch erfasst und geformt worden. Voraussetzung für eine realistische Wahrnehmung ist die Selbsterkenntnis, die meist schmerzhaft und demütigend ist. Diese Erkenntnisse zeigen die realen Grenzen des Selbst auf.
Der Mensch sieht sich gern bedeutender, ungefährdeter, sicherer usw. als er wirklich ist. Dies wird Narzissmus genannt. Jeder erwachsene Mensch braucht ein realistisches Bild von sich, das der Realität möglichst nahe ist. Er sollte sich lieben, so wie er eben ist und sich weder über- noch unterbewerten. Automatisch lenkt der Neugierdrang, Bestätigungs-Drang und der psychosomatische Bewegungsdrang zur Erprobung, zur Problemlösung und Behauptung hin. Die Handlungsansprüche und Handlungsimpulse aus dem Es, dem Über-Ich und der sozialen Umwelt werden vom Ich kritisch und auch selbstkritisch kontrolliert und handlungsleitend realisiert. Das ichfunktionale Gewissen hat den Anspruch: "Werde, der du bist".
Die Kompromissbildung ist ein Vorgang, der das Selbst herausbildet. Ziel ist die Findung eines stabilen Selbst. Steht der Mensch vor einem unauslotbaren Abgrund, so entsteht eine Sinnkrise.