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Autogenes Training und die damit verbundenen
Übungen. Meistens wird in Gruppenkursen unter Anleitung eines
Psychologen oder Fachkundigen autogenes Training angeboten. Innerhalb
einer Woche kann man diese Trainingsmethode grundlegend erlernen.
Es ist auch eine autodidaktische Erlernung möglich, die heute
durch DVDs und Büchern mit vielen Abbildungen unterstützt
werden kann.
Wie erfolgt die praktische Umsetzung?
Zunächst wird eine bequeme Haltung eingenommen. Dies bildet
den Anfang jeden Trainings und meistens in der sitzenden Position
gemacht. Der Übende senkt und beugt den Kopf und lässt
die Hände entspannt auf seinen Oberschenkeln ruhen. Diese Sitzhaltung
wird als so genannte "Droschkenkutscherhaltung" bezeichnet.
Für den Anfänger ist diese Übung bereits recht ungewöhnlich
und daher schwierig. Daher kann man auch auf eine liegende Position
ausweichen. Generell kann in jede andere Haltungsposition ausgewichen
werden, um den Muskelentspannungszustand erreichen zu können.
Parallel zur Übung spricht sich der Teilnehmer des autogenen
Trainings die Übung öfter innerlich vor, um diese zu verinnerlichen
und eine Vorstellung von dem Zustand zu erlangen.
Erlangt die Person den Ruhezustand des Körpers, führt
die damit verbundene Muskelentspannung in den Gliedmaßen zu
einem Schweregefühl. Gleichzeitig erfolgt eine gute Durchblutung
und führt zu einem Wärmegefühl. Man kann auch einen
gegenteiligen Effekt erzielen, indem man sich beispielsweise durch
die Vorstellung warmer Füße den Ruhezustand in diesem
Bereich zunächst aufhebt, die Durchblutung gesteigert wird
und in Folge hier wiederum eine körperliche Entspannung eintritt.
Besonders wichtig zu erlernen ist die "Rücknahme".
Dies bezeichnet das bewusste Aufwachen aus dem Training und bedeutet
die Aktivierung der Nervenenden.
Anzumerken ist hierbei dass mit kontinuierlichem Training die Wirkung
der Übungen verstärkt. Geübte Anwender können
dann in kurzer Zeit die Tiefenentspannung hervorrufen, was keinen
Einfluss auf das Bewusstsein hat. Die Spruchformeln können
individuell variiert und angepasst werden (Bsp.: "Bei Stress
bin ich immer ruhig und gelassen").
Die Unterstufe des autogenen Trainings
Vor allem der Entspannung ist die Unterstufe
des autogenen Trainings gewidmet. Hierin enthalten sind sieben Übungen
die folgende Zielwirkung haben sollen:
- Ruhe, Schwere und Wärme in die Arme und Beine bringen
- Pulsberuhigung
- Beruhigung der Atmung
- Erzielung einer so genannten "Wärme im Sonnengeflecht"
- Erzielung von Kühle der Stirn
Letzteres wird durch Selbstsuggestion hervorgerufen
Einzelübungen:
Folgende Einzelübungen werden mit einem Spruch begleitet, der
die jeweilige Übung begleitet und die Erzielung des Zustandes
unterstütze soll.
1. Die Ruheübung
Körper und Geist werden in einen Ruhezustand gebracht was der
Konzentration helfen soll.
Bsp.: "Ich bin ganz ruhig. Die Gedanken kommen und gehen. Nichts
kann mich stören."
2. Die Schwereübung
Soll ein Schweregefühl in den Gliedmaßen auslösen
und zu einer Muskelentspannung führen.
Bsp.: "Die Arme und Beine sind schwer."
3. Die Wärmeübung
Führt, wie die Bezeichnung schon sagt, zu einem Wärmegefühl
innerhalb der Gliedmaßen und zu einer verbesserten Durchblutung
4. Die Atemübung
Konzentriert sich auf Entspannung, die durch kontrolliertes und
dabei ruhiges Ein- und Ausatmen geprägt ist
Bsp.: "Meine Atmung ist ruhig und gleichmäßig"
5. Die Herzübung
Fokussiert den Übenden auf seinen Herzschlag und beruhigt weiterhin
den Zustand
6. Die Sonnengeflechtsübung
Konzentriert alles auf den Solarplexus (Der Solarplexus liegt zwischen
dem zwölften Brust- und dem ersten Lendenwirbel an der Aorta
um den Abgang des Truncus coeliacus. Hier werden bestimmte Funktionen
der inneren Organen (Magen und Darm) kontrolliert.). Hier werden
die Durchblutung und eine Vertiefung der Entspannung herbeigeführt.
7. Die Kopfübung
Diese Übung dient dem Wachzustand und der Wiedererlangung der
Konzentrationskraft (Bsp. bei Müdigkeit); Übung der "kühlen
Stirn".
Die Oberstufe des autogenen Trainings
Dies ist die Heilungsstufe des autogenen
Trainings, wo mittels Suggestion eine Lösung der Anspannungen
und so eine Reduzierung der vorliegenden psychischen Hemmnisse erfolgen
soll. Die Oberstufe beschäftigt sich daher um die vertiefte
Selbsterkenntnis, auch in Bezug auf den Charakter. Hierbei sind
verschiedene Sitzungen notwendig, die inhaltlich beispielhaft folgende
Themenabfolge haben können:
1. Farberlebnisse
2. Wahrnehmen von Gegenständen (Bsp. Bleistift)
3. Abstrakte Wertvorstelung (Bsp. Liebe, Mut)
4. Charakterbildung und Selbsterkenntnis 5. Bilder mit bestimmten
Zielsetzungen verbinden
Grundvoraussetzung für die Absolvierung
der Oberstufenübungen sind die Beherrschung der Übungen
aus der Unterstufe. Hier wird sich vor allem mit dem autogenen Trainings
der Selbsterkenntnis beschäftigt, die einen gewissen forschenden
Charakter besitzt. Man kann Parallelen mit der psychotherapeutischen
Tiefenanalyse finden, aber Einsichtsnahme soll hier ohne therapeutische
Hilfe gelingen.
Anwendungsgebiete
Das autogene Training kann vielfältige
Indikationsgründe haben:
- Entspannungstechnik bei Nervosität
oder Schlafstörungen
- Bekämpfung von psychosomatischen Beschwerden (Bsp. Kopfschmerzen
oder Bluthochdruck) nach ärztlicher Abklärung
- Raucherentwöhnung
- Trinksucht
- Erhöhung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
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