TZI- Themenzentrierte Interaktion
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 TZI - Themenzentrierte Interaktion
 
 
 
 
 
 
 
 
 




Die Themenzentrierte Interaktion -
Was ist die Themenzentrierte Interaktion?

Unter der TZI versteht man ein professionelles Konzept, das auf drei Grundlagen basiert. Hierzu gehören die Psychoanalyse, die Gruppentherapie und Erfahrungswerte aus der Gestalttherapie. Ziel ist es hierbei dem gesunden Menschen ein Lebensumfeld zu ermöglichen, in dem die Gesundheit auch gewährleistet werden kann.

Das TZI-Menschenbild
Das Bild der themenzentrierte Interaktion für den Menschen wird wie folgt definiert:
- die Menschen kennen die Vergangenheit und entwickeln ihre persönliche Zukunft
- die Menschen handeln gegenwärtig
- die Individualität der Mitmenschen wird akzeptiert
- es werden Chancen zum gegenseitigen Lernen genutzt
- Weiterentwicklungsmöglichkeiten werden genutzt

Das TZI-System
In dem Modell sind vier Faktoren vorhanden, die die gruppeninterne Interaktion maßgeblich beeinflussen:

1. Das ICH, die Einzelpersonen mit individuellen Anliegen
2. Das WIR, das Miteinander untereinander.
3. Das ES, die definierte Aufgabe, die Gruppenziele
4. Der GLOBE, das weitere Umfeld der Gruppe (Organisation, Struktur etc.)

Axiome der TZI
Die Entwicklung der TZSI basiert auf drei Problemstellungen, die sich "Axiome" nennen:

1.
- Der Mensch ist eine psychobiologische Einheit
- Der Mensch ist Teil des Universums, darum autonom und interdependent
- Eigenständigkeit wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz

2.
- Ehrfurcht gebührt allem Lebendigem und seinem Wachstum
- Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen
- Das Humane ist wertvoll, Inhumanes ist wert bedrohend.

3.
- Freie Entscheidung vollzieht sich in bedingender innerer und äußerer Grenzen, dabei ist einer Erweiterung möglich.

Quelle: sinngemäß Pkt. 1-3.: Cohn, Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion 1975, Seite 120

Die Postulate der TZI
Aus den Axiomen gehen zwei Postulate hervor:

- Sei deine eigene Chairperson, die Deiner selbst!

Dies ist die Aufforderung die Wahrnehmung für sich selbst und andere sowie die Umwelt. Dabei sollen die Möglichkeiten und Grenzen wahrgenommen werden und die Situation als Angebot eigene Entscheidungen.

- Störungen haben Vorrang.

Die hört sich zunächst sehr fragwürdig an. Hierzu hat Cohn ausgeführt dass Störungen und Gefühle Vorrang haben und dadurch erst die Wirklichkeit des Menschen anerkannt wird. Lebendige und gefühlsbewegte Körper und Seelen sind nach seinen Theorien Träger der eigenen Gedanken und Handlungen. Dabei sind die Postulate sind Regeln, sondern vielmehr Beschreibungen. Dies soll bedeuten dass Störungen sich Ihren Vorrang nehmen, ob wir es wollen oder nicht.

Quelle: sinngemäß; Cohn, Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion 1975, Seite 122

Die Hilfsregeln der TZI
Diese können die Interaktion innerhalb einer Gruppe positiv beeinflussen, wobei es keine allgemeingültigen Weisungen gibt.

1. Vertritt Dich selbst in Deinen Aussagen; d.h. es wird mit "Ich" gesprochen, da es ansonsten auf ein "Verstecken" in der Gruppe hinweisen könnte.
2. Bei Fragestellungen sage dich selbst aus und vermeide die Interviewform
3. Begreife die Authentizität in Deinen Kommunikationen.
4. Halte Interpretationen von anderen gering, gehe mit Deinen persönlichen Reaktionen frei raus.
5. Zurückhaltend mit Verallgemeinerungen sein, da diese den Gruppenprozess unterbrechen
6. Bei Aussagen zu einem anderen Teilnehmer immer sagen was es dir bedeutet
7. Seitengespräche haben Vorrang, da diese wichtig sind.
8. Artikulationen nur nacheinander, da niemand mehr als einer Äußerung zur gleichen Zeit zuhören kann.
9. Eigene Körpersignale und fremde Körpersignale beachten

Die Anwendung
Die TZI findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Dabei von Managementebene bis Hochschule sowie in der psychologischen Beratung, in der Erziehung, Sozial- und Sonderpädagogik sowie der Erwachsenenbildung.

Die TZI erlernen?
Gelehrt wird die TZI im Ruth-Cohn-Institut. Die Ausbildung besteht aus Grund- und Diplomausbildung, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einem Zertifikat, das man nach Persönlichkeitsbildung und Methodik von 6 1/2 Wochen erlangt. Dazu werden für die Diplomausbildung ca. 10 Wochen benötigt, die Supervision, die Arbeit in Peergruppen und dazu Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung enthält. Universitäten sind nicht berechtigt, TZI Ausbildungen anzubieten.