Ärgermanagement
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Prinzipien des Streßimpfungstrainings werden auf die Steuerung von Wutausbrüchen nach Provokationen übertragen, lt. R. W. Novaco. Provokationen ergeben Gefühlsreaktionen, wie Wut oder Ärger, die sich auf drei Ebenen niederschlagen.
Auf der kognitiven (gedanklichen) Ebene existieren Aussagen, Erwartungen und Einschätzungen in Bezug auf die Provokationen, die an die eigene Person gerichtet ist.
Auf der somatisch-affektiven (körperlich-emotionalen) Ebene wird Ärger durch Anspannung und motorische Unruhe erhöht. Angesammelte physiologische Erregung kann Ärger potenzieren, weil z.B. trotz auslösendem Situationswechsel, keine Auseinandersetzung mit dem Ärger erfolgte. Ärger vermehrt sich auch durch einen Angriff gegen den anderen und die damit verbundenen weiteren Ärger auslösenden Hinweisreize.
Weiterhin gibt es das Ärgerverhalten im engeren Sinn in den jeweiligen Situationen.
Viele Personen wurden von Novaco mit einem auf Ärger angepaßten Streßimpfungstraining geheilt. Es wurde eine kleine Gruppe gebildet und eine Situationsanalyse erstellt, um Ursachen, Bedingungen des Ärgers und mit ihm verbundene Gefühle herauszufinden. Die Patienten sollten sich in frühere Zeiten versetzen, die jüngere Erfahrungen mit Provokationen gedanklich vor den Augen anzeigten (Vorstellungsübungen). Novaco erläuterte den Patienten, dass Ärger durch an sich selbst gerichtete Aussagen (Selbstinstruktionen) modifiziert werden kann. Er nannte verschiedene Funktionen des Ärgers wie Selbstverteidigung und Bewirkung von Unterbrechungen. Negative Aussagen an die eigene Person ergeben eine Steigerung der Vorstellung, angegriffen zu werden und die Intoleranz gegenüber Fehlern von anderen erhöht sich (Racheabsichten). Die körperliche Anspannung wird durch Entspannungsverfahren ausgeglichen und die negativen Gedanken durch Selbstinstruktionen überwacht.
Novaco stuft die Ärgerreaktionen ein in Vorbereitung auf Provokationen in jeder Situation, Auftreten und Begegnung mit Provokationen, Auseinandersetzung mit der Erregung und Bewertung der Bewältigung der Situation.
Sein Training umfasst drei Phasen: Zuerst kommt die Unterrichtsphase. Teilnehmer werden über das Wesen von Ärger informiert. Dann erfolgt das Training von Entspannung und kognitiver Fähigkeiten. Zum Schluss erfolgt die Anwendungsphase des Gelernten. Die Teilnehmer stellen sich die Situationen vor.