Der bewusste und achtsame Umgang mit der eigenen
jeweiligen Angst heißt Angstmanagement. Besteht die Fähigkeit
mit der Angst im Dialog zu sein, so erhöht sich die Lebensqualität.
Die Kooperation mit der Angst ist Vorbeugung und gleichzeitig auch
ein Nutzen für die Weiterentwicklung und den Erfolg.
Der antreibende und der blockierende Aspekt der Angst sind beide
von großer Wichtigkeit. Bei passiver Gegenüberstellung
entsteht Lähmung. Entsteht eine Kooperation mit der Angst,
so führt dies zu Veränderung und Höhenflügen.
Dafür sorgt das Angstmanagement.
Grundsätzlich handelt es sich darum, im Angstzustand trotz
allem sein Leben zu meistern. Verdrängung, Hinnehmen oder Erleiden
von Angstsituationen werden vermieden. Die so genannte Opferstellung
entsteht vor allem durch die Vermeidung von Angst bringenden Situationen.
Der Prozess kann erst aktiv verändert werden, wenn die Angstgefühle
beachtet werden.
Die Erarbeitung einer Strategie, um im Angstfall entsprechend handeln
zu können, ist zur Vorsorge von großer Wichtigkeit, damit
es nicht zur Depression kommt. Wird das Angstmanagement richtig
durchgeführt, so steht der Patient über der Angst und
wird nicht von ihr überrollt. Dies wiederum bessert die Lebensqualität,
die Entwicklung und den Erfolg.
Wie kann der Patient sich selbst helfen?
Strategien zur Entspannung in Angstsituationen:
Angst darf nicht unterdrückt werden. Körperliche Begleiterscheinungen
und Angstgefühle müssen akzeptiert werden. Durchführung
regelmäßiger Übungen für die jeweiligen Angst
auslösenden Situationen. Ignorieren von körperlichen Erregungsanzeichen
im Angstzustand. Gedanken und Fantasien, die die Angst steigern,
vermeiden. Komplette Konzentration auf die reale Welt. Erst beim
Abklingen der Angst die entsprechenden Situationen verlassen. Lob
bei erfolgter Anstrengung. Durchführung von regelmäßig
schwierigeren Übungen zur Bekämpfung der Angst.
Welchen Rat benötigen Patienten?
Bei starken Symptomen sollte eine spezielle psychotherapeutische
Maßnahme mit ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten
erfolgen. Am erfolgreichsten sind hier die kognitiv-verhaltenstherapeutischen
Strategien. Grundsätzlich werden dort die jeweiligen Erwartungen
des Patienten durchlebt, der Realität gegenübergestellt
und somit die Angst verringert.
Ergänzende Ratschläge:
Informationseinholung: Wie entsteht die Angst und was hat sie für
Auswirkungen auf das Leben eines Patienten? Die Angst ist ein weit
reichendes Problem mit körperlichen, psychischen und Verhaltensaspekten.
Die körperlichen Symptome der Angst ins Bewusstsein holen und
auch den Patienten ernst nehmen, ist genauso wichtig, wie den Patienten
mit seinen Problemen nicht allein lassen. Der Patient muss motiviert
werden, sich der Angst gegenüberzustellen, ins Bewusstsein
zu rufen und Schritt für Schritt zu verkleinern. Auch die geringsten
Erfolge sollten zur Begeisterung aufrufen, denn auch sie bekämpfen
die Angst. Auf keinen Fall Angst zeigen, denn dies überträgt
sich auf den Patienten. Psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe
ist nicht nur für den Patienten, sondern auch für den
Therapeuten wichtig. Die Angst des Patienten sollte auf die jeweilige
Situation bezogen werden und auf keinen Fall auf die eigene Person.