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Das Problemlösetraining
von D'Zurilla und Goldfried ist eine Standardinterventionstechnik
der kognitiven Verhaltenstherapie. Hierbei geht es um den Erhalt
adäquater Strategien und Handlungsmöglichkeiten zur schnelleren
und effektiveren Lösung eines Problems. Zuerst findet eine
ausführliche Exploration und genaue Definition des Problems
statt. Dann werden Ideen mittels Brainstorming zu alternativen Bewältigungsmöglichkeiten
zusammengefasst. Alle Ideen werden aufgestellt und nichts vorab
abgewertet. Die Liste von Bewältigungsmöglichkeiten kann
nun besprochen werden, somit auch alle Optionen hinsichtlich ihrer
Folgen und deren Auftrittswahrscheinlichkeit auf einer mehrstufigen
Skala. Die beste Option wird dann in der Realität getestet
und anschließend zusammen mit dem Therapeuten bezüglich
der erzielten Veränderungen und Ergebnisse nochmals analysiert.
Anwendungsgebiete:
Das Problemlösetraining wird teilweise in kognitiven Therapien
mit Kindern verwendet und zur Unterstützung bei der Expositionsbehandlung
von Ängsten.
Indikation:
Problemlösetraining wird nur bei Personen verwendet, die über
ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit und intellektuellen
Möglichkeiten verfügen. Wichtig ist die gute Kooperation
mit dem Therapeuten, um Überforderungen zu vermeiden.
Technische Durchführung
1. Schritt: Information und Vorbereitung
Die Spezifika des Trainings in ihren Schritten und Modalitäten
im Zusammenhang ihrer differenzierten Bedeutung bei der Erreichung
einzelner Ziele müssen hinreichend erläutert werden. Hinweise
auf den Prozess- und Rückkoppelungscharakter des Trainings
und die Möglichkeit von Rückfällen sind besonders
wichtig. Bei dem Einsatz von Problemlösetrainings als alleinige
(oder überwiegende) therapeutische Maßnahme muss folgendes
abgeklärt werden: Diagnose, differenzierte Indikation des Einsatzes,
Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Patient und Therapeut,
Einweisung in Selbstbehandlung und Motivierung.
2. Schritt: Problembeschreibung und
Problemanalyse
Probleme äußern sich innerhalb und zwischen den folgenden
Modalitäten: Verhalten, Emotionen, Vorstellungen und Kognitionen,
interpersonale Beziehungen, körperliche Wahrnehmungen und physiologische
Bedingungen.
Wie sehen die Pläne und Schemata aus, die zurzeit die Probleme
fördern und vermehren?
Welche Regelfixierungen zeigen sich?
Welchen Krankheitsgewinn kann der Patient aus seinen Problemen bekommen?
Welche Lerngeschichte ergibt sich aus den Problemen?
Was passiert bei einer Trainingsniederlage für den Patienten?
Wie haben die Probleme begonnen, in welchen situativen, modalen
und sozialen Zusammenhängen?
3. Schritt: Zielanalyse
Die Unterscheidung von Zielen und überschaubaren und zeitlich
befristeten erreichbaren Teilzielen ist von großer Wichtigkeit.
Die Realisierbarkeit von Zielen muss kritisch betrachtet werden.
Die Reflexion der Teilziele und deren Korrektur ist ein wichtiger
Punkt der interaktionalen Arbeitsanteile des Therapeuten.
Einhaltung ethischer Verpflichtungen im Therapieprozess beachten.
4. Schritt: Lösungs- oder Veränderungsplanung
Finden und Ausarbeiten von Lösungswegen, die speziell auf den
Patienten aufgebaut und auch anwendbar sind. Die Lösungswege
sollte der Patient selbst suchen und finden.
Eingrenzung: Wo kann nach Lösungen gesucht werden? Welche Hilfen
sind an meiner Seite? Welche Bereiche potenzieller Lösungswege
sind blockiert und sind zurzeit nicht verfügbar?
Frühere Erfahrungen: Gibt es ähnliche Situationen oder
Probleme und Erfahrungen dazu? Welche Hilfen und Annäherungen
an Probleme sind bekannt?
Aufnahme heterogener Informationen: Hinweis auf Lösungssuche
in anderen neuen Bereichen, die bisher kaum zur Frage standen. Rollenspiele
helfen manchmal bei neuen Blickrichtungen.
Setzen von Prioritäten: Was soll
zuerst erzielt werden? Welche Lösungsmöglichkeiten sollen
als erstes getestet werden? Welche Teilziele sind sehr wichtig bzw.
könnten später weiter für die Therapie motivieren?
Negationen und Konstruktionen: Werden keine Lösungsmöglichkeiten
gefunden, so werden bestimmte Bereiche ausgeklammert, um auf konstruktivem
Wege Lösungsansätze zu erhalten. Manchmal sollten auch
zeitlich befristete Verbote ausgesprochen werden, um negative Lösungswege
auszuschließen.
Selbstverpflichtung des Patienten:
Der Patient verpflichtet sich, intensiv und zielstrebig die geplanten
Lösungsschritte auszutesten bzw. ein Abkehren gut zu begründen.
Die einzelnen Lösungsmöglichkeiten müssen wiedergegeben
und die Vor- und Nachteile abgewägt werden. Die endgültige
Auswahl des präferierten Lösungsweges muss eindeutig sein.
Lösungsmöglichkeiten nach
Kriterien (Problem und Patient) sortieren.
5. Schritt: Ausprobieren der Lösung
oder Probehandeln
Die Umsetzung des Lösungsweges, führt oft zu einer Konfrontation
mit der Realität, die je nach Größe der Teilschritte
sogar gefährlich aussehen kann.
6. Schritt: Bewertung des Probehandelns
Aufzeichnungen abgleichen und analysieren. Bewertungen des Erreichten
kritisch betrachten.
Welche Lösungswege waren erfolgreich, welche weniger, welche
waren sogar untauglich?
Ist eine Annäherung an das Zielverhalten da?
War der Beitrag entsprechend den Vorstellungen?
Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für die einzelnen Modalitäten?
7. Schritt: Transferplanung
Ziele und Teilziele der Problembereiche werden aufgestellt und Strategien
und Regeln gesammelt. Eine Struktur entsteht und wird zur selbstverständlichen
Strategie.
Die Therapie sollte nun langsam und systematisch ausgeblendet werden.
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