Schematherapie
 Verhaltenstherapeutische Orientierung
 Ärgermanagement
 Angstmanagement
 Biofeedback
 Chaining
 Flooding Implosionstherapie
 Habitutationstraining
 Kontingenzverträge
 Problemlösetraining
 Progressive Muskelentspannung
 Prompting
 Reaktionsverhinderung
 Schematherapie
 Shaping Verhaltensausformung
 Stimuluskontrolle
 Stressmanagement
 Systematische Desensibilisierung
 Training Sozialer Kompetenz
 Token-System
 
 
 
 
 
 






Die Schematherapie zählt zur Verhaltenstherapie. Bestimmte erlernte Grundschemata sind für das Verhalten von Menschen zuständig. Die Schematherapie ist von Dr. Jeffrey Young und gehört zu der dritten Welle der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapien. Sie umfasst Elemente der kognitiven Therapie, der Objektbeziehungstheorie, der Verhaltenstherapie und der Gestalttherapie. Anwendung findet die Schematherapie bei Depressionen, bei Problemen in Paarbeziehungen und Persönlichkeitsstörungen. Vor allem bei chronischen Patienten und Patienten mit Borderline sowie Narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierungen in ambulanter Psychotherapie wird die Schematherapie angewandt. Weiterhin findet sie Berücksichtigung im stationären Setting, in der psychosomatischen Abteilung des Krankenhauses Havelhöhe in Berlin und in den Borderline Stationen des Zentrums für Integrative Psychiatrie der Universität Kiel.
Der Erwerb von maladaptiven (Verhaltens-, Gefühls- und Denk-) Schemata, ob früh erworben oder im Laufe des Lebens, so beispielsweise traumatische Erlebnisse, bilden sich durch die Nichterfüllung wichtiger Grundbedürfnisse des Menschen oder durch starke Fremdeinwirkung wie körperliche Gewalt. Das sind handlungsbestimmende Grundannahmen der Person, über sich selbst und die Welt (bzw. Bezugspersonen). Diese Schemata mindern die Lebensqualität und Handlungskompetenz und bleiben lange Zeit oder sogar während des gesamten Lebens präsent. 18 maladaptive Schemata sind bei der Schematherapie bekannt. Wobei ein Patient meist mehrere aufweist und diese gemeinsam mit dem Therapeuten entdecken sollte. Wichtig für den Patienten sind das Verständnis der Schemaentwicklung und deren Veränderung durch spezielle Behandlungsstrategien.
Dann gibt es die Schemabewältigungsstile, die drei Gruppen beinhalten: Schemaüberkompensation, Schemaerdulden und Schemavermeiden. Diese Bewältigungsformen dienen dem Patienten, mit seinen durch die Schemata entstandenen Einschränkungen, in einer Art Defektheilung zu leben. Gleichzeitig ist dies der Grund für die dauerhafte Aufrechterhaltung der Schemata.
Der erst später erarbeitete Teil der Theorie ist der Begriff der Modi: Zu unterschiedlichen Zeitpunkten ist der Patient abwechselnd in Verhaltens- und Bewusstseinszuständen. In den verschiedenen Modi sind jeweils andere Schemata aktiviert und dominant. Je nach Augenblick und Zustand des Patienten wird eine individuelle therapeutische Intervention gebraucht.
Um eine Änderung im Leben des Patienten hervorzurufen, wird festgestellt, welche Verhaltensschemata für die Wiederholung ungewünschter Verhaltensweisen verantwortlich sind. Dann wird ein Weg mit dem Patienten gefunden, der die Möglichkeit einer inneren Distanz, unter Vermeidung des Automatismus zulässt. Das eigene Verhalten wird wertungsfrei durchdacht. Der Patient muss die Ursachen verstehen. Eine neue Handlungsfähigkeit wird durch die wertungsfreie Beobachtung und mit Selbsterkenntnis erstellt. Der Patient kann nun die alten Verhaltensmuster meiden und viel bewußter handeln.
Die Bilder des inneren Kindes, des inneren Regisseurs bzw. des inneren Erwachsenen und dem inneren Manager geben dem Patienten eine Distanz zu den eigenen Gefühlen. Die Verhaltensgrundmuster werden gegliedert und bezeichnet.
Das Kind ist die Triebbefriedigung und das Lustprinzip. Der Manager ist der strenge, sich selbst verurteilende und stets mit kopflastigen Argumenten arbeitenden Anteil. Der Regisseur ist der Vermittler zwischen den Ebenen. Durch innere Distanzierung und bewußtes Wahrnehmen wird der Regisseur zur dauerhaften Instanz. Erlernte Automatismen werden durch zielgerichtete, bewußte und angemessene Handlungen ersetzt.
Die differenzierte Gestaltung der therapeutischen Beziehung analog einer fördernden Elternbeziehung ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Schematherapie.