Training Sozialer Kompetenz
 Verhaltenstherapeutische Orientierung
 Ärgermanagement
 Angstmanagement
 Biofeedback
 Chaining
 Flooding Implosionstherapie
 Habitutationstraining
 Kontingenzverträge
 Problemlösetraining
 Progressive Muskelentspannung
 Prompting
 Reaktionsverhinderung
 Schematherapie
 Shaping Verhaltensausformung
 Stimuluskontrolle
 Stressmanagement
 Systematische Desensibilisierung
 Training Sozialer Kompetenz
 Token-System
 
 
 
 
 
 




Soziale Kompetenzen werden heutzutage als Schlüsselqualifikation angesehen und haben eine entscheidende Bedeutung für den Berufserfolg. Gerade Wirtschaftsunternehmen beschäftigen lieber sozial kompetente Bewerber, die teamfähig sind. Einer der gefragtesten Formen der Personalauswahlmethode ist das Assessment Center (AC).
Das Sozialverhalten ist hauptsächlich gelerntes Verhalten durch die Beeinflussung der Personen im Umfeld des Babys, Kleinkindes, bzw. Schulkindes. Bei den umfangreichen Lernprozessen kann es durchaus zu sozial inkompetenten Verhaltensweisen kommen. Menschen sind dann selbstunsicher im Umgang mit Arbeitskollegen, Vorgesetzten, dem Ehepartner, Freunden oder Verwandten. Auch erhöhte Angst kann entstehen, die dann zur Vermeidung von sozialen Situationen führen. In speziellen Trainings, werden diese Angsteinflößenden Unsicherheiten erzählt, fehlende soziale Fertigkeiten erfasst und sozial kompetente Verhaltensweisen erlernt.
Sozialen Kompetenzen werden grob in vier Kategorien eingeteilt. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, nein zu sagen, die Fähigkeit, Wünsche, Bitten und Forderungen kundzutun, die Fähigkeit, positive und negative Gefühle mitzuteilen und die Fähigkeit, Gespräche in Gang zu bringen.
Sozial kompetentes Verhalten sollte auf jeden Fall von anderen, nicht sozial kompetenten Verhaltensweisen abgegrenzt werden.
Alberti und Emmons differenzieren zwischen der passiven Person, der aggressiven Person und der assertiven (selbstsicheren) Person.
Die passive Person wird meist ausgenutzt und ist vielfach unfähig ihre Rechte durchzusetzen oder die eigenen Ziele zu erlangen. Sie empfindet Angst, ist frustriert, verletzt und unglücklich. Diese Person wirkt gehemmt, abweisend und lässt andere für sich entscheiden.
Die aggressive Person dagegen nutzt meist andere Menschen aus und tritt deren Rechte mit Füssen. Diese Person verfolgt eigene Ziele oft auf Kosten anderer. Sie empfindet sich als in die Enge gedrückt durch die vielen Konflikte, die sie mit anderen hat und verteidigt sich ständig. Dadurch ist sie meist jähzornig und vermittelt den Eindruck verärgert, feindselig und unberechenbar zu sein.
Die assertive (selbstsichere) Person behütet ihre eigenen Rechte und zeigt Respekt gegenüber den Rechten anderer. So kann diese Person auf lange Zeit hin ihre persönlichen Zielvorgaben erlangen. Sie hat meist ein gutes Selbstwertgefühl, ein vernünftiges Selbstvertrauen, kann sich auf der sozialen und emotionalen Ebene korrekt äußern und trifft selbständig Entscheidungen.
Soziale Kompetenz zeigt, dass eine Person über kognitive, emotionale und motorische Fertigkeiten verfügt und sie anwendet. Dies ist wiederum in speziellen sozialen Situationen günstig für ein langfristig günstiges Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden.
Eine sozial kompetente Person besitzt die genannten Fertigkeiten und muss sie allerdings auch tatsächlich anwenden, um sich sozial kompetent nennen zu können.
Eine sozial kompetente Person ist fähig, ihre Fertigkeiten auch zeitlich entsprechend einzusetzen. Bedeutende soziale Fertigkeiten sind nichtsprachliche Fertigkeiten, wie der angemessene Einsatz von Blickkontakt, Lautstärke beim Sprechen, Mimik und Gestik.
Eine sozial kompetente Person hat nicht immer Erfolg, aber auf lange Zeit hin mehr Erfolge als Misserfolge. Sozial inkompetente Personen können sehr wohl kurzfristig mehr Erfolg haben, aber nicht auf lange Sicht hin.
Wer sollte an Trainings Sozialer Kompetenzen teilnehmen?
Das Training ist an jeden gerichtet. Das Sozialverhalten der Teilnehmenden wird verändert. Die konstruktive Arbeit an den individuellen Schwierigkeiten und Problemen in sozialen Situationen ist Ziel dieses Trainings, das durchaus auch für psychisch Gesunde geeignet ist.
Wie laufen Trainings Sozialer Kompetenzen ab?
Trainings Sozialer Kompetenzen finden in Gruppen statt (Rollenspiel). Trainings Sozialer Kompetenzen variieren z.B. im konkreten Ablauf. Daher wird im Anschluß nur der Ablauf eines speziellen Trainings, des Personal Effectiveness Trainings von Liberman und Kollegen grob angerissen. Ansonsten gibt es in Deutschland noch das Assertiveness Training Programme (ATP) von Ullrich de Muynck & Ullrich und das Gruppentraining Sozialer Kompetenzen (GSK) von Hinsch und Pfingsten, die im Prinzip ähnlich.
Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit des effektiven Umgangs mit anderen Personen, wie Freunde, Familie, Vorgesetzte, Arbeitskollegen, Vertreter, Verkäufern usw. Wobei sie problematische soziale Situationen zusammentragen, zuschauen und lernen, unter Berücksichtigung von eigenen Gefühle, Gedanken und Bedürfnissen der eigenen Person und anderer. Langfristig positive Konsequenzen sollten vor den kurzfristig positiven Konsequenzen stehen.
Individuelle Problemsituationen werden aufgestellt und gemäß gedanklichem, emotionalem und tatsächlichem Verhalten erörtert. Mit Hilfe eines Rollenspiels wird die entsprechende Person in die jeweilige Situation rein versetzt. Dabei wird den defizitären und exzessiven Verhaltenskomponenten besondere Beachtung geschenkt, insbesondere den nichtsprachlichen Aspekte, wie die Lautstärke, das Sprechtempo, die Flüssigkeit des Sprechens und die Modulation der Stimme, der Blickkontakt, die Körperhaltung, der Einsatz der Hände und der Gesichtsausdruck. Zum Schluss wird alles in der Gruppe ausgearbeitet und analysiert. Es werden positive Aspekte geäußert und Verbesserungsvorschläge gemacht. Durch einen Modellauf kann der entsprechenden Person ein Beispiel vorgeführt werden. Dann kann diese Person noch einmal im Rollenspiel üben und bekommt von der Gruppe positives Feedback. Danach gibt es Übungen für zu Hause.
Wie wirksam sind Trainings Sozialer Kompetenzen?
Kontrollierte Therapiestudien haben die Wirksamkeit des Trainings festgestellt. Schwer ist nur die Auswahl der richtigen Technik innerhalb des Trainings.
Den Teilnehmenden werden z.B. mit Hilfe der Selbstsicherheitspyramide nahe gelegt, wie über einfache Verhaltensweisen und deren positive Folgen selbstsichere Verhaltensgewohnheiten aufgebaut werden und sich auf lange Sicht hin die Selbstsicherheit allgemein erhöht. Das Training dient zur Bewältigung von problematischen Situationen. Hilfreich sind auch Vorher-Nachher-Messungen sozialer Fertigkeiten mit Fragebögen von Ullrich de Muynck & Ullrich.